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CCEV

01. August 2019

Studierende der Uni Augsburg stellen zukunftsfähige Modell-Flugkörper aus Carbon vor

Open Innovation – Raketenmodellbau im Projektpraktikum    © CCeV/A.-L. Glocker

Augsburg. „Entwerfen und bauen Sie eine landefähige Rakete aus Carbon, die sinnvoll und wirtschaftlich nutzbar ist“ lautete dieses Jahr die anspruchsvolle Projektaufgabe am Institut für Materials Resource Management (MRM) der Universität Augsburg. Eine Aufgabe am Puls der Zeit, zumal die Region Augsburg jüngst vom Freistaat Bayern eine vom Carbon Composites e.V. vermittelte Förderzusage in Höhe von 20 Mio. Euro erhielt für die impulsgebende Weiterentwicklung der Bayrischen Luftfahrt mit Schwerpunkt Lufttaxis.
Am 30. Juli 2019 stellten die angehenden Wirtschaftsingenieure (WING) ihre Lösungen vor, darunter Raketendrohnen zur schnellen Beförderung von Blutkonserven oder Lufttaxis für Fracht und Passagiere.

„Richtig cool wird es, wenn sie fliegt!“ Bis zu den Testflügen Mitte August müssen sich die Bachelor- und Masterstudenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (WING) an der Universität Augsburg aber noch gedulden. Zunächst stellten sie ihre Ideen und Konzepte am 31. Juli 2019 im Hörsaal vor.

Betreut wird das Projektpraktikum von Prof. Dr. Michael Heine, Professor am Lehrstuhl Materials Engineering des Instituts für Materials Resource Management (MRM) der Universität Augsburg. Heine arbeitet eng mit dem Carbon Composites e.V. zusammen. Ein fernsteuerbares Elektro-Fahrzeug ließ er seine Studentinnen und Studenten schon entwerfen, ein regattataugliches Segelboot aus Carbon und eine Leichtbau-Brücke mit hoher Traglast aus demselben Material. Alle Entwürfe wurden anschließend praktisch umgesetzt. Denn Kenntnisse zu diesem Leichtbaumaterial und Ideen, wie man es intelligent nutzen kann, sind in der Industrie sehr gefragt und ein wesentlicher Forschungsgegenstand am Augsburger MRM.

Raketen, Drohnen, Lastensegler und Lufttaxis

Dieses Jahr also eine landefähige Rakete aus Carbon. Gefragt waren Entwurf und Bau eines funktionsfähigen Modellflugkörpers, der nach dem Steigen kontrolliert fliegt und sicher landet. Darüber hinaus sollte das Luftgefährt „eine sinnhafte Nutzung aufweisen, die eine kommerzielle Verwertung möglich macht“. Der Antrieb sollte so ausgelegt sein, dass elektrisches Auf- und Absteigen möglich ist. Für den Antrieb können Batterien, Brennstoffzellen als Stromgeneratoren, sowie Wasserstoff und e-Fuel für das Strahltriebwerk eingesetzt werden.

Einsetzbar wären diese Flugkörper beispielsweise zur Erfassung von landwirtschaftlichen Flächen oder von Infrastrukturen, wie eine Projektgruppe vorschlug. Andere konzentrierten sich auf den möglichen Transport medizinischer Versorgungsgüter und Organe – Blutkonserventransport über große Strecken hinweg etwa – oder auf die Aufklärung und Überwachung von Krisen- und Katastrophengebieten. Auch die Highspeed-Versorgung mit gleitfähigen Drohnen in urbanen Gebieten oder der Transport modularer Behälter für die schnelle Just-in-time-Produktion zählten zu den praktischen Einsatzmöglichkeiten, für die die Studierenden ihre Fluggeräte einfallsreich konzipierten.

Im Kontext freistaatlicher Lufttaxi-Forschung

Solche Überlegungen sind zeitgemäß und notwendig. Noch größere Brisanz erhalten sie vor dem Hintergrund, dass die Forschungs- und Entwicklungsregion Augsburg jüngst vom Freistaat Bayern eine Förderzusage in Höhe von 20 Mio. Euro erhielt für die impulsgebende Weiterentwicklung der Bayrischen Luftfahrt mit Schwerpunkt Lufttaxis. Weitere 20 Mio. Euro wollen Wirtschaft und Industrie beisteuern, die damit ebenfalls die CCeV-Initiative zur Stärkung des Leichtbau-Standorts Deutschland mittragen.

Praxistest bei Buttenwiesen

Wer die Raketenmodelle in der Luft erleben will, hat dazu Mitte August Gelegenheit. Voraussichtlich am Mittwoch, den 14. August 2019, werden die „Flugtaxis“ unter Realbedingungen zeigen, ob sie halten, was sich ihre studentischen Konstrukteurinnen und Konstrukteure von ihnen versprechen. Ihnen allen ein herzliches: Hals- und Beinbruch!

Als „Augsburger Cape Canaveral“ stellt die Raketenmodellsportgemeinschaft (RAMOG) e.V. ihr Startareal bei Buttenwiesen-Unterthürheim, rund 35 km nördlich von Augsburg, zur Verfügung. RAMOG e.V. ist staatlich anerkannter Lehrgangsträger für Feststoffraketenantriebe, seine Fachleute beraten die angehenden Wirtschaftsingenieure von Prof. Dr. Michael Heine bei Bedarf und ehrenamtlich auch während der Projektlaufzeit.

Freies Fotomaterial zu Carbon Composites
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