MAI CARBON

06. November 2012

Kick Off MAI Zfp

Augsburg. Insgesamt zehn Unternehmen und wissenschaftliche Institute haben sich zum Kick-off des Projekts MAI Zfp im Spitzencluster MAI Carbon in Pasing / München getroffen.

Der Spitzencluster MAI Carbon bietet die einmalige Gelegenheit die zerstörungsfreie Prüfung von Faserverbundwerkstoffen auf breiter Basis voranzutreiben und in einem industriellen Umfeld zu etablieren. Während im Luft- und Raumfahrtbereich zerstörungsfreie Prüfmethoden bereits seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz sind, ist ihre Anwendung auf Faserverbundwerkstoffe im Automobil- und Maschinenbau noch im Anfangsstadium. Gleichzeitig sind die Anforderungen dieser Industriezweige sehr unterschiedlich und erfordern daher neue Herangehensweisen bei der Prüfung.

Stückzahlen die im Luft- und Raumfahrtbereich in einem Jahr produziert werden, fallen im Automobilbau teilweise bereits täglich an.

Innerhalb des dreijährigen Projektes MAIzfp mit einem Gesamtvolumen von 2,7 Millionen Euro soll nun erstmalig geprüft und bewertet werden, welche Prüfmethode für welche Prüfaufgabe bei Faserverbundwerkstoffen tatsächlich notwendig ist. Ziel ist die Ersetzung von langsamen und aufwendigen durch schnelle und automatisierbare Verfahren. Dazu werden Messungen mit insgesamt zwölf zerstörungsfreien Prüfmethoden durchgeführt und die Ergebnisse miteinander verglichen. Um ein tieferes Verständnis für die Prüfmethoden zu erlangen werden dabei erstmalig Berechnungen der gesamten Messkette von der mikroskopischen Skala des Defekts bis zur makroskopischen Skala der Signaldetektion durchgeführt. Durch solche numerischen Programme soll zukünftig die Auswahl der richtigen Methoden für faserverstärkte Bauteile erleichtert werden. In die Bewertung fließen neben technologischen Aspekten auch wirtschaftliche Faktoren ein.

Zitat Dr. M. Sause, Uni-Augsburg (Projektkoordinator):

Eine der größten Herausforderungen an die zerstörungsfreien Prüfmethoden ist die Automatisierung der Prüfung und deren Auswertung. Bisher wurden wegweisende Schritte unternommen um die existierenden Prüfmethoden zu verbessern, um schnellere Prüfzeiten zu realisieren und eine bessere Analyse der Werkstoffe zu ermöglichen. Der nächste entscheidende Schritt besteht nun darin, diese Verbesserungen in einem vollautomatisierten Prozess umzusetzen.

Dies führt letztlich zu einer Kostenreduktion bei der Bauteilherstellung und hilft die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten führenden deutschen Unternehmen, wie Siemens, BMW,  EADS, Eurocopter und KSB weiter auszubauen und die Attraktivität von kleinen, innovativen Unternehmen, wie der Automation W+R weiter zu steigern. Zusammen mit den beteiligten wissenschaftlichen Partnern der Fraunhofer Gesellschaft, des DLR, der Technischen Universität München und der Universität Augsburg ist das Projekt MAI Zfp exzellent aufgestellt und bietet die Chance im Bereich der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung Maßstäbe zu setzen.

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