MAI CARBON

06. November 2012

Kick-off für Projekt des Spitzenclusters MAI Carbon: „MAIbildung“ geht in Augsburg an den Start

Augsburg. Ein weiteres Projekt des Spitzenclusters MAI Carbon ging Ende Oktober an den Start: In „MAIbildung“ wollen die Partner Universität Augsburg, Hochschule Augsburg und Carbon Composites e.V. an einer durchgängigen Bildungsstrecke für den neuen Werkstoff Carbon Composites arbeiten. Von Kindern im Vorschulalter bis zu erfahrenen Facharbeitern und Ingenieuren sollen alle Alters- und Bildungsstufen mit dieser Bildungsoffensive angesprochen werden. 

MAIbildung gehört zu den Projekten, die im Rahmen des Spitzenclusters MAI Carbon in der Region München-Augsburg-Ingolstadt mit einem Gesamtvolumen von 80 Millionen Euro (je zur Hälfte vom Bund und von den 50 beteiligten Partnern) ausgestattet sind. Das Budget von MAIbildung beträgt 2,06 Millionen Euro, von denen 1,38 Millionen Euro an die Universität Augsburg gehen, ca. 460.000 Euro an den Carbon Composites e.V. (CCeV) und ca. 220.000 Euro an die Hochschule Augsburg.

Das Projekt soll sowohl auf dem Bildungssektor als auch in der Gesellschaft den Boden für die völlig neue Branche der Faserverbundtechnologie bereiten. Deshalb ist eines der Arbeitspakete innerhalb von MAIbildung der Einrichtung einer Spielecke im „Kinderreich“ des Deutschen Museums gewidmet. Hier sollen die kleinsten Besucher des Museums in die Welt der „Leichtigkeit und Festigkeit“ von Carbon Composites eingeführt werden. Erzieherinnen erhalten in Workshops einen Einblick in die Möglichkeiten des neuen Werkstoffs.

Auf der Schulebene setzt Prof. Dr. Karin Aschenbrücker von der Universität Augsburg und ihr Team die Bewusstseinsbildung für Faserverbundtechnologie fort. „Forschendes Lernen Faserverbund“ soll bei Schülerinnen und Schülern an Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen Erkenntnis und ein „Grundverständnis für die Faserverbundtechnologie fördern“, so Prof. Dr. Aschenbrücker im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung, aber auch „Interesse an nachhaltigen Anwendungsmöglichkeiten in Beruf und Alltag wecken“. Projektartig werden innovative  Unterrichtssequenzen zum Forschenden Lernen in ausgewählten Schulen in Augsburg, München und Ingolstadt über mehrere Schuljahre vergleichend erprobt und evaluiert (Längs-/Querschnittuntersuchung).

Die Universität ist darüber hinaus mit dem Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) bei MAIbildung engagiert: Das AMU war an der Konzeption des Projektantrages beteiligt und übernimmt als Verbundführer auch dessen übergeordnete Organisation. Folgerichtig fand die Kick-off-Veranstaltung für das Projekt in den Räumen des AMU im innocube auf dem Universitätsgelände statt.

Als Mitglied des CCeV hat sich die IHK Schwaben für ein durchgängiges Ausbildungskonzept in der Faserverbundtechnologie stark gemacht. Die vorhandene Ausbildung zum „Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik“ wurde bereits um die Komponente „Fachrichtung Faserverbundwerkstoffe“ erweitert. „Unser Ziel ist es, einen Einzelberuf für die Arbeit mit Carbon Composites zu kreieren“, sagt Jürgen Korschinsky von der IHK Schwaben selbstbewusst.

Auch die Hochschule Augsburg will im Rahmen des Projekts MAIbildung ihre bestehende Faserverbundkompetenz noch weiter ausbauen, nutzen und vernetzen. Durch die Möglichkeit, den Bachelor Faserverbundtechnologie (sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend und dual) an den Standorten München, Augsburg und Ingolstadt zu studieren, sollen die Studierenden einen Einblick in die Luft- und Raumfahrt, den Maschinen- und Automobilbau sowie in den Hoch- und Brückenbau mit Carbon Composites erhalten. „Diese Zusammenarbeit zwischen drei – und mit dem Lehrstuhl für Klebetechnik in Landshut sogar vier – Hochschulen ist extrem ehrgeizig“, weiß Prof. Dr. André Baeten von der Hochschule Augsburg. Dennoch ist er zuversichtlich, dass sie erfolgreich sein wird.

Für junge Menschen, die den Einstieg in die neue, in vielen Bereichen noch längst nicht ausgeschöpfte Faserverbundtechnologie wagen, bietet sich ein Plus, das durch MAIbildung erarbeitet wird: Alle Bildungsschritte sollen durch eine Harmonisierung der Creditpoints anrechenbar sein, so dass eine völlige Durchgängigkeit des Bildungsweges gewährleistet ist. In fünf Jahren, wenn das Projekt abschließend bewertet wird, soll es soweit sein.

Zur Kick-off-Veranstaltung des Projektes MAIbildung trafen sich die Akteure des Spitzenclusters MAI Carbon sowie der Projektpartner Universität Augsburg, CCeV und Hochschule Augsburg in den Räumen des Anwenderzentrums Material- und Umweltforschung (AMU) in Augsburg.

Freies Fotomaterial zu Carbon Composites
Meldungen