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Wintersport

Carbon natürlich, das ist naheliegend, wenn man leichtes, elastisches und robustes Material für Ski sucht. Carbonverstärkte Ski bzw. Ski mit Carboneinlagen haben sich in der Abfahrt, beim Speed-Carving und in den Nordischen Disziplinen rundum bewährt. Selbst auf harten Pisten sorgen sie für Laufruhe und Kontrolle, fahren sich aber trotzdem sportlich und schnittig. Auch für Skistöcke sind neben Aluminium Carbon und Carbon Composite die Materialien der Wahl.
Apropos schnittig: Schlitten und Rodel aus und mit Carbon gehen auf der Piste und in der Bahn unglaublich ab. Sie sind leicht und schnell, Vorteile, die sich auch die Bob- und Skeletonfahrer selbstverständlich nicht entgehen lassen wollen.
Auch Snowboards werden zunehmend aus Carbon Compositen gefertigt und dadurch leichter, was sich beim Fahren am Hang wie auch bei Tragen des Boards angenehm bemerkbar macht.
Eishockey und Eisstockschießen schließlich mögen als Stiefkinder des klassischen Wintersports gelten, doch in Sachen Carbon sind sie mit CFK-Schlägern und –Eisstöcken ganz vorne dabei. Und last but not least werden bei Schlittschuhen, seien sie für Eishockey, Eisschnell- oder Eiskunstlauf gedacht, Kufen und Schienen aus Carbon oder Carbonstahl immer beliebter, da sie besonders fest unter den Schuhen verankert sind und bestens gleiten.

Behindertensport

Einer breiten Öffentlichkeit hat sich Carbon als „Wunderwerkstoff“ der Zukunft auch im Sport spätestens seit den Triumphen des sog. Blade Runner Oscar Pistorius bis 2013 oder in jüngerer Zeit eines Markus Rehm eingeschrieben. Beide unterschenkelamputierten Leichtathleten laufen und springen auch in Wettkämpfen mit nicht-behinderten Sportlern der Konkurrenz davon – mit Carbon-Prothesen, die den Hinterläufen von Geparden nachempfunden sind. Markus Rehm etwa wurde am 26. Juli 2014 mit 8,24 Metern allgemeiner Deutscher Meister im Weitsprung. Den Paralympics-Weltrekord in dieser Disziplin hielt er bereits zuvor.
Zu den späteren Europameisterschaften wurden er und andere Prothesenspringer freilich nicht zugelassen, wie der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in einer Grundsatzentscheidung bekanntgab. Zu groß seien nach biomechanischen Auswertungen die Zweifel an der Vergleichbarkeit von Sprüngen mit und ohne Carbon-Prothese. Das steht freilich im Widerspruch zu früheren Entscheidungen des Leichtathletik-Weltverband IAAF und des Internationalen Sportgerichtshofs CAS in Lausanne, die den gemeinsamen Wettkampf zugelassen hatten.
Unstrittig ist dagegen die Verwendung von Carbon-Hilfsmitteln im reinen Behindertensport. Die Nordamerika-Abteilung eins großen europäischen Autobauers etwa entwickelte eigens für das US-Paralympics-Team 2016 in Rio de Janeiro einen spektakulären Rennrollstuhl aus Carbon. Rollstuhl-Athlet und mehrfacher Paralympics-Goldmedaillengewinner Josh George hält ihn für „das am coolsten aussehende Teil, das ich jemals gesehen habe.“
Auch in Deutschland wird an Spitzensportrollstühlen aus Carbon gearbeitet. Auf langjährige Erfahrung im Bau leichten Rennrädern und Handbikes, also Sportrollstühle mit Kurbelantrieb, kann beispielsweise Dr.-Ing. Marc Siebert vom Institut für Werkstofftechnik der Universität Kassel zurückgreifen. Darauf aufbauend entwickelte er mit seinem Team einen extra leichten Rollstuhl aus Carbon. Dessen geringes Gewicht von 5,9 Kilogramm (statt der zehn bis 15 Kilogramm eines herkömmlichen Rollstuhls) macht ihn in Sport und Alltag gut handhabbar. Ein breitenwirksamer, praktischer Ansatz, der denn auch mit dem zweiten Preis im Gründungswettbewerb Promotion Nordhessen ausgezeichnet wurde.

Zubehör und Accessoires

Die Einsatzmöglichkeiten von Carbon im weiteren Umfeld des eigentlichen Sports sind vielfältig, man denke nur an Funktions- und Schutzkleidung wie Schoner, Helme, Bodies, Shells, Rad-, Enduro- oder Skischuhe sowie an Zubehör von Aufbewahrungsbehältern bis hin zu verschüttsicheren Getränkebechern. Stets spielen dabei die Leichtigkeit, Stabilität und schier grenzenlose Formbarkeit des Materials eine entscheidende Rolle.
Große Öffentlichkeitswirksamkeit etwa entfaltete ein individuell angepasster Carbon-Gesichtsschutz, den Hertha BSC-Stürmer Vedad Ibišević bei einem Bundesliga-Fußballspiel trug, als er trotz kurz zuvor gebrochener Kieferhöhle für seine Mannschaft auflief und spielte. Für viele Zuschauer im Stadion und an den Bildschirmen war das sicher ein martialischer Anblick, allerdings auch ein einprägsamer, den man bis dato eher von gleichartigen Eishockey-Masken kannte. In diese Schutz-Kategorie gehören übrigens auch alle Ski-, Rad- und sonstigen Sporthelme sowie Schienbein-, Knie-, Armschoner und -schützer jeder Art, sei es für Fußballer, Skifahrer oder Bogenschützen.
Überhaupt scheinen die Anwendungsmöglichkeiten von carbonfaserverstärkten Kunststoffen im sportlichen Umfeld unendlich. So stehen beispielsweise für Golfer zusammenklappbare, 3,5 Kilogramm leichte Trolleys zur Verfügung, Carbon Spacer halten Abstand, etwa zwischen Gewichten oder am Fahrradvorbau, heutige Gewehr- und Pistolenschützen arbeiten selbstverständlich mit Gewehrstativen und Putzstöcken aus CFK, im Reitsport schützen Carbon-Gamaschen und -Springglocken empfindliche Pferdebeine und -hufe, Sprungbretter in carbonfibrider Sandwichbauweise unterstützten die dynamischen Absprünge von Leichtathleten und Turmspringern, und selbst bei der Produktion von Swimming Pools behauptet sich Carbon. Tatsächlich ein „Werkstoff nach Maß“, wie mittlerweile nicht nur Experten wissen.